Geographie Venedigs
Venedig, Hauptstadt Venetiens und der
Provinz von Venedig, liegt im Zentrum einer ca. 50km langen und 15km
breiten Lagune im Golf von Venedig (Adria). Einhundertsechzig Kanäle
durchziehen die auf 118 kleinen Inseln aufgebaute Stadt.
Der Wasserstand der
Lagune ist im Durchschnitt nicht tiefer als 1 bis 2 Meter.
Die Stadt ist mit dem 4km entfernten Festland durch eine
Eisenbahn- und Strassenbrücke verbunden.
Eine Sandbank trennt Venedig von der Adria; die Lagune ist
durch drei verschiedene Überquerungen erreichbar: den Porto di
Lido, den Porto Malamocco und den Porto di Chioggia.
Etwa 400 Brücken überkreuzen die grösstenteils
sehr engen Kanäle.
Die Hauptschlagader
des venezianischen Verkehrs ist der “Grande
Canale” (grosser Kanal), der sich in umgekehrter S-Form durch
die Lagune schlingt. Die Hauptbrücke des Grande Canale ist die
Rialtobrücke, benannt nach dem Inselteil, der einstmals das
Herzstück des historischen Venedigs darstellte. Das tradionelle
Fortbewegungsmittel, die „Gondoles“ (Gondeln), wurden
durch kleine Motorboote, die Vaporetti, ersetzt. Es gibt in Venedig
zahlreiche rechtwinklige Gässchen (calles) und einige Strassen.
Die Häuser sind auf Pfahlwerk gebaut.
Venedig ist ein Mittelpunkt für
Tourismus, Handel und Industrie. Die Vielzahl jährlichen
Festivale aus dem Bereich der Zeichnung, des Films, des Theater, der
Oper sowie der zeitgenössischen Musik regen den Tourismus an.
Die Biennale von Venedig ist der modernen Kunst gewidmet. Auf dem
Industriesektor findet man vor allem Schmuck, Mehl und Muranoglas.
Die Stadt ist nationaler Mittelpunkt des Schiffbaus. Porto Marghera,
der moderne Hafen Venedigs (entstanden in den 20er Jahren), liegt auf
dem Festland und ist ein bedeutender Umschlagspunkt.
Die Entstehung Venedigs
Venedig wurde auf einer Ansammlung von mehr als 100 kleinen, flachen Inseln im Kern der Lagune aufgebaut. Die Venezianer haben eine einzigartige Technik entwickelt, um die Probleme, die die flachen und schlammigen Inseln mit sich bringen, zu überwinden. Die Wohngebäude Venedigs sind auf Meleze-Holzstrukturen aufgebaut; wasserfesten Steine aus Istria sichern eine solides Fundament. Die so entstandenen Sockel stehen auf Pfeilern aus Eiche und Pinien aus dem nordvenetianischen Wald.
Diese Pfeiler bilden eine ebenso flexible wie standhafte Grundlage.
Die Gebäude sind aus einer Struktur aus Holz und Ziegelsteinen aus Ton, mit Steinen an der Aussenseite. Diese Bautechnik bietet den Vorteil, leichter zu sein, und daher das Fundament weniger zu belasten - was die Beständigkeit der Bauwerke erklärt. Brunnen sind die einzige Süsswasserquelle für die Bewohner Venedigs. Das Wasser der Lagune ist aufgrund seines Salzgehalts nicht zum Trinken geeignet. Die Gebäude, die die Brunnenplätze umgeben, haben sorgfältig ausgerichtete Regenrinnen, die das Regenwasser auffangen und in den Hohlraum im Zentrum des Platzes transportieren. Das Regenwasser wird durch Rinnen im Randstein in tönerne Auffangbecken geführt, wo es durch Sand (der als Filter dient) gefiltert wird. Das Wasser wird anschliessend in den Brunnen, der durch seine blühende Spitze erkennbar ist, ausgefiltert. Das Vertrauen der Venezianer in die Brunnen als einzige Trinkwasserversorgung wird durch die Tatsache hervorgehoben, dass der Zugang für Tiere verboten ist, und dass saubere Wasserbehälter und ein Händewaschen nach jedem Kontakt Vorschrift sind. Die mutwillige Wasserverschmutzung wurde früher mit der Todesstrafe geahndet!
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