Kunst in Ägypten

Die ägyptische Kunst ist um 3.000 v.J.C., und hat seit den Anfängen ein hohes Niveau bewahrt. Entgegen den Kunstwerken der späteren Zivilisationen ist die ägyptische Kunst weniger der Gottanbetung, der Beschreibung einer Mythologie oder der religiösen Praxis gewidmet. Die ägyptische Kunst ist im Grunde realistisch. Die Hauptzielsetzung ist es den Betrachter nützlich eu sein und eine Information zu vermitteln. Weiterhin könnten wir es auch "ritualistisch" bezeichnen, da es sich um ein Werkzeug für Eingeweihte handelt. Die Kunst wird zum Ausdruck eines theokratischen Symbolismus.

Die ägyptische Kunst zu entdecken und ihre 3.000 Jahre Existenz mit den wenigen Jahrhunderten europäischer Kunst zu vergleichen gibt ein Gefühl der Fülle und Ruhe.

In der Volksvorstellung ist Ägypten das Land der Pyramiden, diese Steinberge, die den Horizont brechen und die Zeit herausfordern. Allerdings aus der Ferne erscheinen sie mysteriös, aber über den einfachen technischen Aspekt hinaus zeigen sie uns, wie eine strukturierte Zivilisation fähig ist, ein ganzes Volk in der gleichen Richtung mit einem gemeinsamem Ziel zu mobilisieren. In der ganzen Geschichte der Menschheit bleibt diese Art von Leistung außergewöhnlich (Große Mauer von China, Inca-Monumente...) und bildet das Zeichen der reichen und mächtigen Zivilisationen. Der unvergängliche Glauben in ihrer Vorstellung an die sichtbaren und unsichtbaren, materiellen und immateriellen Welten hat sie dazu geführt, Werkzeuge zu bauen, die dem Verstorbenen in seiner Reise zu einer anderen Welt helfen sollen. So erklären sich die Köpfe der Könige, die in hartem und unvergänglichem Granit graviert wurden. Das ägyptische Wort für den Bildhauer war ' wer-am-Leben-erhält ' (Ritual der Öffnung des Mundes). Diese Riten, die anfänglich nur für die Könige reserviert waren, wurden danach auf die ausgedehnt, deren Gräber um jenes von ihrem König gruppiert wurden.
Man kann die Hypothese hervorbringen, daß die Mehrzahl der Fresken von den Büchern der Toten und der Lebenden inspiriert war. Mit der Psychostasie, entscheidender Moment der Zukunft der Seele, im Mittelpunkt.
Die ägyptische Kunst ist keine Volkskunst, sie wurde von Eingeweihten ausgearbeitet und nur für den Verstorbenen bestimmt, der oft selbst ein Eingeweihter war, denn nur ein Eingeweihter den Sinn des Hieroglyphensymbolismus verstehen. Er wird also strikt kodifiziert und nimmt keine Interpretation seitens des Regiehandwerkers an. Es ist rituel, das die Überschreitung einiger Türen vereinfachen soll, er enthält also Schlüssel, zeigt einen Weg, aber definiert keinen Inhalt im Sinn, wo allein der verstorbene für das Endergebnis verantwortliche Rest.

Das ägyptische Modell umfaßt eine Gesamtheit der sehr strikten Gesetze, die jeder Künstler in seiner Jugend lernen mußte, die Geometrie und die Harmonie der Anteile allgegenwärtig sind. Zum Beispiel haben die Winkel allen Träger eines Sinns, die gesetzten Statuen müssen ihre Hände auf ihren Knieen haben; Männer mußten mit einer dunkleren Haut gemalt werden als Frauen; der Aspekt jedes ägyptischen Gottes ist strikt aufgestellt worden: Horus néter vom Himmel muß als ein Falke oder mit dem Stück ein Falke gezeigt werden; Anubis der Gott der Begräbnisriten als Schakal oder mit einem Stück Schakal usw.... jeder Künstler mußte ebenfalls die Kunst des Schönen lernen. Die Zweckbestimmung ist nicht, daß er seine Vorstellung ausdrückt, aber daß er bearbeitet, daß er rituel vorgesehenes materialisiert. Seine Arbeit wird nur im Hinblick auf ihre Kapazität geschätzt, es so getreu wie möglich zurückzuerstatten. Einzig hat eine lange und schwierige Lehre ihm erlaubt, davon die Regeln, die die Harmonie definieren, das Schöne soeben zu beherrschen. So kann man die Kontinuität der ägyptischen Kunst während 3000 Jahre erklären.

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